TechnikUpgrade: Ein neues Foto-Setup

Das neue Jahr beginnt mit schlechtem Wetter und so ergab sich die Zeit, ein neues Fotosetup zusammenzustellen und in Betrieb zunehmen.

Kamera für DeepSky: die ASI1600mm pro

Als neue Kamera werkelt die ASI1600mm pro, eine gekühlte Monochrom-CMOS-Kamera von Zwo optical. Sie kann bis 45° C unter Umgebungstemperatur gekühlt werden. An Bord werkelt ein Panasonic MN34230 CMOS-Chip im 4/3″ Format mit 16 Megapixeln Auflösung und 3,8µm großen Pixeln. Steuerung und Aufnahme erfolgt über ein Notebook via USB 3.0.

Filterrad: ASI EFW

Für die Farbe sorgt das ASI EFW, ein elektronisch gesteuertes Filterrad mit 8 1,25″ Filtern. Das Rad ist momentan bestückt mit einem Astrolumina LRGB-Filtersatz sowie Schmalbandfilter von Baader: Ein H-alpha FIlter mit 7nm, ein OIII-Filter mit 8,5nm und ein SII-Filter mit 8nm.

Montierungssteuerung

Die Montierungssteuerung übernimmt der PC via EQASCOM (EQMOD). Die Verbindung stellt der EQDirectAdpater der Fa. PegasusAstro her. Guding erfolgt weiterhin über den MGEN II, die Dithering-Steuerung (Verschieben nach jeder Aufnahme) übernimmt dabei der PC.

Stromversorgung

Die Stromversorgung übernimmt meine altbewährte Akkubox mit dem 80Ah Solar-Bleigel-Akku. Der Akku sitzt in einer alten Kühlbox (die hat genau die richtige Größe für den Akku, als wäre sie dafür gemacht. Der Anschluss nach außen läuft über eine mit 10A abgesicherte KFZ-Zigarettenanzünderdose. Von dort läuft die Verteilung über einen y-Verteiler zur Montierung und zum Notebook. Der ganze Rest wird über den Pocket Hub von Pegasus Astro verteilt: Kamera, Mgen, Focuser und Heizbänder)
Insgesamt werkeln 2 Adapter für 12V (Montierung, PowerHub) und ein Notebook-Adapter mit 19V ( Power4Laptops). Das Filterrad wird über USB über die Kamera versorgt.

Fokussteuerung: FocusCube von PegasusAstro

Auch der Focuser bekommt ein Upgrade inform des PC-steuerbaren FocusCube von PegasusAstro. Dieser wird fest an Arwen (130/650) verbaut.

Die Schaltzentrale: HP Notebook und viel Software

Ja ich habe immer gesagt, ein Notebook kommt nicht mit aufs Feld. Aber man darf ja seine Meinung auch ändern, oder nicht? :-). Die Schaltzentrale ist ein HP 15 Zoll Notebook mit Core i5 Prozessor der aktuellen Generation, 8 GB RAM, System SSD und 1 TB HD.
Die zentrale Aufnahmesteuerung erfolgt über APT (AstroPhotoTool), Kamera, Filterrad und Montierung werden über Ascom eingebunden, der MGEN wird von APT nativ unterstützt. Als Sternkarte von APT aus nutzbar ist Stellarium und Cartes de Ciel installiert. Für Planetenaufnahmen außerdem noch SharpCap.
Als Notebook-Ständer dient ein altes EQ2-Alustativ, für das ich vor Jahren mal eine Ablageplatte mit Löchern als Okularablage gebastelt habe. Da das aber zu tauanfällig war, lag das Ding rum! Als Notebook-Ständer aber ist das Ding ideal!

erster Systemtest: Katastrophe mit dem Strom

Der erste Test funktionierte perfekt, alle wurden erkannt, die Treiber redeten auch mit einander, Kamerasteuerung, Filterrad, Mgen, Montierung, alles funktionierte perfekt. Aber da lief der Laptop noch nicht über seinen Adapter sondern hing normal am Strom. Sobald der aber mit an der Batterie hing, kam das dicke Ende: Kurzschluss, durchgebrannte Sicherungen und am Ende ein defektes Notebook. Was war passiert? Schuld war der erste KFZ-Adapter für das Notebook. Der Hama-Adapter hat einen Stromdurchschlag, er lieferte nicht nur die 19V für das Laptop sondern auf der Masse die vollen 12 V der Batterie! Der Notebook alleine ging noch, sobald aber die Montierung verbunden wurde, gab es über die Abschirmung der USB-Kabel, die immer mit der Masse verbunden sind (also dem Minus-Pol der Batterie) einen Kurzschluss! Die Montierung hat das überlebt, der Notebook nicht. Die Kamera war gott sei Dank nicht angeschlossen! Noch eine defekte Kamera hätte der Astroshop wohl auch nicht ausgetauscht (die erste wurde beim 2. Test am PC plötzlich nicht mehr erkannt.)
Also, als Tipp für alle, die sich auch so ein Setup basteln wollen: messt alle Adapter, die für die Stromversorgung eingesetzt werden vor dem Einsatz durch: Zwischen Minus-Pol des Gerätesteckers und dem Minus-Pol der Batterie darf kein Potential messbar sein (ein paar Mini-Volt sind normal!)

2. Test: Alles funktioniert!

Der zweite Trockentest hat jetzt funktioniert: Volle Stromversorgung über den Akku (siehe Bilder), keine Ausfälle, es scheint alles stabil zu funktionieren! Auf dem Feld werde ich natürlich nicht den Gilgalad (203/2000 SC) verwenden sondern meinen TS 130/650 Flatfield APO. Auch die Balkonmontierung AZ-EQ5 wird im Feldeinsatz durch die EQ6R ersetzt.
Jetzt fehlt nur noch ein Test unter den Sternen!

3. Test: Fokuser, Powerbox und USB-Hub

Update 15.02.2019: Der 3. Test ist auch abgeschlossen! Heute ging es darum, endgültig alle Geräte unter den Foto-Setup-Bedingungen zu betreiben. Also mit Arwen, dem neuen FocusCube, der PowerBox und dem USB am Notebook. Alle Geräte wurden anstandslos erkannt, sowohl standalone als auch in APT und SharpCap. Also: Ready for First Light!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.