Orion und eine Nacht mit Hindernissen

Endlich ging es mal wieder raus aufs Feld zum Sterne beobachten. Beobachtungsplatz war wieder einmal Emmenhausen bei Waal. Die Himmelsqualität war ganz gut, die Milchstraße schwach sichtbar und Sterne bis zum Horizont.
Diesmal gab es gleich 3 Premieren: Das TS ED 80×20 durfte zum ersten Mal Sterne sehen – am Orionnebel ein wirklich schöner Anblick!
Die anderen beiden Neuerungen betreffen die 1000D: Einstellung der Fotos erfolgten zum ersten Mal via Tablet und der Software DSLR Shot. Eine tolle Sache: auf einem 10 Zoll Display sieht man halt, ob das Bild wirklich scharf ist! Außerdem sollte sich der IDAS LPS zum ersten Mal am Himmel beweisen.
Orion sollte das erste Ziel der Aufnahme-Session werden mit dem EF 70-200mm /F4 L Objektiv. Die Einstellungen klappten auch wunderbar. Die Belichtungsreihe wurde gestartet: erst 60 Frames a 60 Sekunden (ISO 400), dann 20 Darks, 20 Frames a 30 Sek. und 10 Frames a 10 Sekunden. Soweit so gut. Die Kamera klickte also fröhlich auf dem StarAdventurer vor sich hin und ich ging mit dem 16″ Palantir auf DeepSky-Tour im Orion. M42 und M43 wie immer ein toller Anblick. Das Trapez war bei 128x (14mm) mit allen Komponenten A-F deutlich sichtbar, bei höherer Vergrößerung verschmierte das Seeing allerdings E und F zur Unkenntlichkeit.
Das nächste Ziel waren Flammennebel und natürlich das Pferdchen. Der Flammennebel war deutlich auch mit einzelnen Flammen zu erkennen – erstaunlicherweise kam er am besten ohne Nebelfilter zur Geltung. Für das Pferdchen war der Himmel wohl noch zu hell und das Seeing zu schlecht: bis auf eine kleine dunkle Kante war nichts zu erkennen, auch nicht mit dem neuen H-beta-Filter. Die restlichen Zielobjekte dieser Nacht aus dem Abell Katalog versteckten sich ebenfalls komplett vor dem Auge des Palantir – hier braucht es eindeutig bessere Aufsuch-Karten für diese „faint fuzzies“.

5. Dezember 2015: Das Schwert des Orion

Gegen 1:00 Uhr zogen von Osten Wolken auf und schnell verschwanden alle Sterne. Zeit einzupacken. Beim Abbau schnell noch die Kamera kontrolliert und was mussten meine müden Augen sehen: nur ein Bild vom Orion auf dem Chip, das Einstellungsbild. von den 110 aufgenommenen Frames keine Spur weit und breit – und was das verrückte ist: Beim Test daheim nahm sie das Programm vom Fernauslöser wieder ganz normal auf, als wäre nichts gewesen! So bleibt leider von dieser Nacht nur das Einstellungsbild als Einzelframe – stark verrauscht – aber man kann erahnen, was daraus hätte werden können, wenn alle 110 Frames auf dem Chip gelandet wären….

 

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