Eine Winternacht am Furkajoch

Dieser Winter gilt als der astronomisch schlechteste der letzten Jahre, und doch hatten wir hier im Süden noch Glück, gab es doch bisher zumindest jeden Monat eine gute Nacht zum Sternegucken! Aber man muss eben jede Gelegenheit nutzen, den die nächste Nacht geht meistens schon nicht mehr! Also war auch dieser Ausflug kurzentschlossen und wurde doch zum Mini-Teleskoptreffen auf dem Furkajoch! 

Aber der Reihe nach: Am Morgen des 13. Januar – wie immer etwas grau und neblig – hab ich mal wieder die einschlägigen Wetterdienste überprüft und siehe da für die nächste Nacht könnte es schönes Wetter werden. Also gleich in der früh schon mal über das Gesichtsbuch die möglichen Verdächtigen angeschrieben, die für einen Astrotrip so in Frage kommen. Wirklich Zeit hatte aber niemand – auch gut. Um 19:00 Uhr dann – nach einem letzten kritischen Blick auf die Webcam am Furka – ging’s mit vollgepacktem Auto Richtung Lindau. Schon im Auto dann die Botschaft: Bastian Reß macht sich auch auf den Weg – da waren’s dann schon 2 :-). 

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Memmingen (es musste noch Vanillesauce für den sonntäglichen Quarkstrudel her) ging es durch den Pfändertunnel und hinauf in den Bregenzer Wald. Ganz anders als im letzten Jahr zeigte sich schon hier der Himmel klar und voller Sterne! Beste Bedingungen für die Winternacht am Furkajoch!

Am Beobachtungsplatz bei Damüls angekommen stand dort schon ein Auto und Van und einige Teleskope surrten fröhlich vor hohen Schneebergen vor sich hin. Das waren doch alte Bekannte: Adam von Sternenhimmel-fotografieren.de und sein Freund – wir hatten sie ja schon letzten Frühling just an diesem Platz kennengelernt! Nachdem dann auch Bastian so gegen 22:00 Uhr auftauchte, war unser kleines Teleskoptreffen am Furka komplett….

Winternacht am Furkajoch

Schon während des Aufbaus kamen ein paar interessierte Gäste des nahen Hotels vorbei, stellten einige Fragen und durften – nach Mithilfe bei der Reparatur von Bastians zickender Montierung – auch einen Blick durch unsere Teleskope riskieren. Lang hielten sie es aber nicht aus: Bei einem halben Meter Schnee und fast -8°C wird es ohne die passende Ausstattung schnell zu kalt!

2 Premieren sollte diese Nacht bereit halten: Erstens das Firstlight für Arwen, den neuen 130/560 Superapo von TS. Die 2. Premiere, die hoffentlich stattfinden sollte: Das nach einem Jahr Frust der Mgen endlich wieder das macht, was er soll, nämlich guiden. Am Weihnachtlichen astronomischen „Gipfeltreffen“ auf dem Peißenberg hatte Johann Schiffmann ja eine fehlerhafte Einstellung entdeckt: Wohl mit dem letzten Update wurde im Mgen wohl der Wert für die Nachführbrennweite zurückgesetzt (warum auch immer). Er nahm also an, mit 100mm statt mit 240mm nachzuführen, das kann ja nicht gut gehen! 

Also diesmal hoffnungsvoll eingerichtet und gleich mal auf mein Angstobjekt Nr. 1 geschwenkt: M42, der große Orionnebel. Angstobjekt? Ja denn er hatte sich bisher immer meiner Linse entzogen: Einmal machte die Kamera nur 1 Bild statt 50, dann blieb die Montierung kältebedingt hängen und zu guter letzt funktionierte das Guiding nicht mehr. Sollte der Orion gelingen wäre das also eine 3 fache Premiere!

M42 / M43 Großer Orionnebel

21 x 90 s @ ISO 800 + 22x 1s @ ISO 800

M42 / M43 Großer Orionnebel

Es geht also endlich und wie! Juhuuu Jipiieeee! 🙂 Da muss natürlich gleich noch ein Objekt vor die Apo-Linse. Probieren wir doch mal den ganz in der Nähe liegenden Rosettennebel…

Rosettennebel

2x 6x 300s @ ISO 1600

Für den Anfang schon gar nicht schlecht, es rauscht halt nur wie Hölle  – etwas mehr Belichtungszeit und höhere Einzelbelichtung würden hier sicherlich noch ganz gut tun!

Als nächstes Ziel noch ein paar kleine „Fuzzies“: M98 der Eulennebel und M108, beide im großen Bären:

M97 und M108

M97 und M108

Einer sollte aber noch gehen, oder? Wenn man einen Lauf hat, darf man nicht anhalten! Also schnell noch ein Objekt in der Nähe, diesmal M101 die Feuerradgalaxie im Großen Bären mit etwas „Beifang“. Während die Kamera vor sich hin klickte, machte sich der kältegeplagte Bastian langsam ans Zusammenräumen und dann auf den Heimweg. M101 war schon mal Testobjekt, letztes Frühjahr für den Firstlight-Test der EQ6-R, damals noch mit dem 102/714 Apo (2.Bild).

M101 - Die Feuerradgalaxie

So langsam neigt sich die Nacht dem Ende entgegen, die Füsse sind kalt, das alkoholfreie Bier tiefgefroren – eine Kühlbox wäre doch ein sinnvolles Teil gewesen zum Warmhalten der Getränke :-). Kurz schaut noch die ISS über uns vorbei…

Es wurde also Zeit diesen wunderschönen Ort unter den Sternen zu verlassen. Nachdem alles gut wieder im Auto verstaut war, ich mich noch von den anderen verabschiedet habe – Adam sollte übrigens noch eine Nacht hier oben verbringen – ging es gegen 6:30 Uhr müde aber zufrieden wieder auf den Weg nach Hause….

 

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